Lkw-Maut: Umweltaufschläge bleiben ein Tropfen auf den heißen Stein
-
|
Mehr
Lkw-Folgeschäden zahlt weiter die Allgemeinheit
„Zu kurz gesprungen“ urteilt AK-Verkehrsexperte Franz Greil über die geplante EU-Wegekostenrichtlinie, die bei den EU-Verkehrsministern zur Entscheidung anstand. „Die Allgemeinheit wird weiter den Großteil der Lkw-Folgekosten bezahlen.“
Zwar wird erstmals das Verursacherprinzip bei den Lkw-Folgekosten in die Richtlinie einfließen: Es sind nur minimale Mautaufschläge für Luftverschmutzung und Lärmbelastung vorgesehen. Aber das ist angesichts der wirklichen Kosten von 54-110 Cent pro Kilometer nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Richtlinie sorgt auch nicht für gleiche Wettbewerbs-Bedingungen zwischen Straße und Schiene in Europa. Außerdem fordern die AK Experten: „Wir brauchen eine flächendeckenden Lkw-Maut auf allen Straßen nach Schweizer Vorbild. Das ist jetzt schon rechtlich möglich.“
Lkw: Bis zu 54 Cent pro Kilometer an Folgekosten
Ein durchschnittlicher Lkw verursacht auf der Autobahn bis zu 54 Cent pro Kilometer an Folgekosten laut Handbuch der EU-Kommission. In dicht besiedelten Gebieten können diese Kosten für Luftverschmutzung, Lärm, Stau, Klimaschäden und Unfallfolgeleistungen sogar auf zu 110 Cent ansteigen.
Auch an der Ausgangssituation ändert die Richtlinie wenig in Europa: Umweltfreundliche Verkehrsträger wie Eisenbahn und Binnenschiff, die einen Bruchteil dieser „externen Kosten“ aufweisen, haben weiterhin einen gehörigen Wettbewerbsnachteil. Ein nennenswerter Beitrag zu vernünftigen Produktions-Strukturen, einer Verlagerung auf die Straße und einer überlegten Raumordnung geht von dieser Richtlinie nicht aus.
Keine Sonderzuschläge für die „Brennerachse“
Besonders ärgerlich: Für die besonders sensible „Brennerachse“ gibt es keine Möglichkeit Sonderzuschläge zusätzlich zur Lkw-Maut einzuheben. Das EU-Parlament muss jetzt unbedingt nachbessern. Außerdem muss die Lkw-Maut von der Autobahn auf andere Straßen ausgedehnt werden. In der Slowakei wird das jetzt schon gemacht, in Frankreich ist dies geplant.
Forderung
Die AK fordert:
1. Die EU-Wegekostenrichtlinie muss mehr Kostenwahrheit bei Lkw-Folgekosten ermöglichen. Die Folgekosten des Lkw-Verkehrs sind beträchtlich und dürfen nicht zum größten Teil der Allgemeinheit aufgebürdet werden.
2. Eine flächendeckende Lkw-Maut nach Schweizer Vorbild muss endlich auch in Österreich dafür sorgen, dass der Lastverkehr nicht auf die kleinen Nebenstraßen ausweicht.
3. Sonderzuschläge für sensible Regionen wie die „Brennerachse“ müssen EU-rechtlich verankert werden.
4. Die Einhaltung der Sozialvorschriften im Verkehr müssen sichergestellt werden, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten.
5. Mauteinnahmen müssen für die Errichtung von Lkw-Rastanlagen bedarfsgerecht zweckgewidmet werden.
-
|
Mehr

