Bildungsoffensive für Beschäftigte im Handel!

Bildung bedeutet Karrierechancen

„Der Handel ist allein in Wien mit rund 100.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber und Ausbilder im Land. Doch auf lange Sicht wird viel zu wenig in die Weiterentwicklung der Beschäftigten investiert. Lebenslanges Lernen und die damit verbundenen Karrierechancen – davon können die vielen Mitarbeiter und MitarbeiterInnen im Handel nur träumen“, sagte Gabriele Schmid, Leiterin der Bildungs-Abteilung der Arbeiterkammer anläßlich der Veranstaltung „Karrierechancen im Handel“ von AK und Gpa-djp im AK Bildungszentrum.

Kurse hausintern anbieten

Schmid forderte deshalb eine Bildungsoffensive im Handel, die genau auf die besonderen Bedürfnisse der Beschäftigten eingeht. „Es muss mehr innerbetriebliche Bildungsangebote geben. Denn wegen zerstückelter Arbeitszeiten, fehlender Kinderbetreuung, geringer Entlohnung können Handelsangestellte am regulären Kursangebot nicht teilnehmen. „Bildung bedeutet Karrierechancen. Es kann nicht weiter so bleiben, dass besonders Frauen und viele qualifizierte ZuwanderInnen de fakto einfach ausgeschlossen bleiben“, so Schmid. Sie fordert außerdem mehr Möglichkeiten Berufsabschlüsse nachzuholen.

Kurzfilm: Karrierechancen im Handel?!

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Schwierige Arbeitsbedingungen

Insbesondere die Einzelhandelsbeschäftigten fühlen sich hinsichtlich der Weiterbildungsmöglichkeiten gegenüber den ArbeitnehmerInnen in Österreich benachteiligt. Während im Einzelhandel nur 48 Prozent damit sehr oder eher zufrieden sind, beträgt der entsprechende Anteil in den anderen Branchen über 61 Prozent. Das liegt an den besonderen Arbeitsbedingungen im Handel. Wer abends oder am Wochenende arbeitet, kann kaum die Kursangebote am freien Markt wahrnehmen. Hier sind die Unternehmen gefordert: Sie müssen entsprechende Kurse hausintern anbieten, oder Ihre MitarbeiterInnen freistellen.

Frauen stoßen oft an „gläserne Decke“

Auch Handelsbeschäftigten mit kleinen Einkommen müssen eine Chance auf Weiterbildung haben. Eine Einzelhandelsbeschäftigte verdient im 5. Berufsjahr ohne Zuschläge für die Lage der Arbeitszeit netto 1.001 Euro. Bei einer Teilzeitbeschäftigung von 20h/Woche macht dies netto 536 Euro im Monat aus. Angesichts solcher Einkommen wird deutlich: Weiterbildung kann nicht von den ArbeitnehmerInnen getragen werden. Vor allem Frauen stoßen als Teilzeitbeschäftigte an die „gläserne Decke“. Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten ist auch bei Weiterbildung zwar verboten. In der Praxis sieht das aber oft anders aus.

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