Agrosprit: Beimischung in Österreich unnötig

„Österreich braucht keine zusätzlichen Beimischungen von Argro-Sprit in Diesel oder Benzin“, so AK Direktor Werner Muhm. Denn Österreich erfüllt schon jetzt die erst für 2020 gültigen EU-Ziele zum Anteil der erneuerbaren Energie im Verkehr fast vollständig.“

Stop für weitere Agro-Sprit-Beimischungen!

Die AK fordert einen Stop für weitere Agro-Sprit-Beimischungen. Das müssten am Ende wieder die KonsumentInnen bezahlen. Rund 52 Millionen Euro im Jahr an Mehrkosten würde durch die zusätzliche Beimischung auf die KonsumentInnen zukommen, so Berechnungen der AK. Mehr Agrosprit heizt außerdem die Getreidepreise weiter an. Lebensmittel gehören auf den Teller, nicht auf den Tank.

Der Landwirtschaftsminister soll die geplante Ausweitung der Substitiutionspflicht für Agrosprit aufgeben. Stattdessen muss auf die Stärken der österreichischen Klima- und Energiepolitik gesetzt werden: Auf Energieeffizienz, auf Wasserkraft, Windenergie und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

Fast 9 Prozent erneuerbare Energie im Verkehr

Die EU hat im Rahmen des sogenannten Klima- und Energie-Pakets unter anderem das Ziel vorgegeben, dass bis 2020 in den Mitgliedstaaten von der im Verkehr eingesetzten Energie 10 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammen soll. Ausgenommen von diesen Berechnungen ist der Flugverkehr. Etwa 8,66 Prozent der in Österreich im Verkehr eingesetzten Energieträger stammte 2009 aus erneuerbaren Quellen.

Damit hat Österreich schon jetzt das EU-Ziel fast erreicht und ist auch nach einem Bericht der EU- Umweltagentur EEA europaweit Spitze. Dabei ist der nach den Rechenregeln der EU-Richtlinie über erneuerbare Energieträger zulässige Bonus für erneuerbare Elektrizität im Straßenverkehr noch gar nicht berücksichtigt, mit ihm wäre der Anteil noch um einiges höher.

Neben dem teuren und wenig sinnvollen Einsatz von Agrotreibstoffen gibt es ja auch den Verbrauch von Elektrizität für Eisenbahn, Straßenbahn, O-Busse. Dort ist der Anteil erneuerbarer Energieträger um ein Vielfaches höher als im Kraftstoffbereich: Fast zwei Drittel der Elektrizität kommen in Österreich aus erneuerbaren Quellen wie Wasserkraft und Windenergie.

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